Karrierefalle Internet respektive Blog?

Vor kurzem habe ich einen Artikel in der Jungen Karriere mit der Überschrift: “Vorsicht, Google Falle!”, gelesen. Laut Artikel suchen 46% der Personaler gezielt nach Informationen über Bewerber. Informationsquellen für die Recherche sind aber nicht nur Suchmaschinen wie Google. Interessant sind vor allem Social Network Profile auf Studivz, Facebook oder MySpace. Flappsige Beiträge, Partyfotos oder die Mitgliedschaft in einer falschen Studivz Gruppe können die Bewerbungsphase vorzeitig beenden. Erste Anlaufstelle für Personaler bleibt aber weiterhin Google. Wer nicht darauf achtet, sein Profil in den Privatsphäre-Einstellungen der Social Networks für Suchmaschinen unsichtbar zu machen, wird über Google gefunden. Die Ergebnisse landen dabei meist auf den ersten Seiten der Suchergebnisse und Personaler haben vollen Zugriff auf die Profilseiten. Es heißt in dem Artikel, dass die ersten 30 Ergebnisse besonders interessant sind und durchsucht werden.

Blog und Netzwerk Profile
Ich bin selbst Student und nutze verschiedene Portale wie Studivz, Facebook und Xing. Hauptsächlich nutze ich diese Plattformen allerdings um mit anderen zu kommunizieren und alte Freunde oder Bekannte wiederzufinden, nicht um mich öffentlich darzustellen. Social Networks können aber auch helfen. Als bestes Beispiel nehmen wir da einmal Xing. Xing ist ein bekanntes Business Netzwerk, in welchem ich auch schon einige meiner Professoren wieder gefunden habe. “Gutes Netzwerk Building zahlt sich aus”, sagte letztens einer meiner Professoren. Das kann ich auf jeden Fall unterstreichen. Durch Xing habe ich schon einige Programmieraufträge bekommen. Meist kontaktierten mich Xing-Mitglieder aufgrund einer Empfehlung aus meinen Kontakten. “Ooh”, ein wenig vom Thema und der eigentlichen Intention des Artikels abgekommen. Eigentlich wollte ich diesen Artikel Karriere-Falle Blog? nennen.

Schaden Blogs der Karriere?
Blog sind für jeden zugänglich und öffentlich. Einmal einen Artikel geschrieben, ist er kaum oder schwer wieder entfernbar. Archivierungsdienste wie Archive.org oder der Google-Cache speichern diese Informationen, selbst wenn die Internetseite schon garnicht mehr exisitiert. Immer wieder sieht man Blogs von Jugendlichen die über grenzwertige Themen berichten. Artikel über übermäßigem Alkoholkonsum, schlechten Schulnoten oder einfach nur darüber, dass man mal wieder verschlafen hat. Zeugt dieses Bild von einem zuverlässigen Arbeitnehmer? Würden Sie diesen Bewerber einstellen? Wohl eher nicht! Man sollte also darauf achten, mit welchen Inhalten man seinen Blog füllt.

Es kann aber auch anders gehen!
Da ein Bekannter von mir in der Personalabteilung eines großen IT-Unternehmens sitzt, habe ich diesem mal ein paar Fragen gestellt. Auch er teilte mir mit, dass seine Personalabteilung gezielt nach Informationen im Internet sucht. Da sind es nicht nur Social Netzwerk Profile, welche unter die Lupe genommen werden. Auch Zeitungsartikel über Personen zum Thema Sport können da schon einmal hilfreich sein. Er nannte mir als Beispiel einen jungen Bewerber, der in seiner Freizeit einen äußerst erfolgreichen Blog betreibt und das zum Thema IT. Man hätte sofort erkannt, dass der Bewerber/Blogger weiß worüber er schreibt und qualifiziert für die ausgeschriebene Ausbildungsstelle sei. Zudem wurden über Google zahlreiche sportliche Auszeichnungen im Team- und Einzelsport gefunden. Diese zeugten von Disziplin, Teamfähigkeit und einer gesunden Lebenseinstellung. Auch die Profile in den einzelnen Social Netzwerken waren ok. Es gab also keine Gründe an der Kompetenz des Bewerbers zu zweifeln. Das ganze hätte sich dann auch im weiteren Bewerbungsverlauf bestätigt. Der damalige Bewerber ist nun nach einem Informatikstudium Leiter der IT-Abteilung im Unternehmen. Er bloggt auch heute noch. Es kann also auch andersrum laufen.

Ein Tipp von ihm: Wenn man sich dazu entscheidet einen Blog zu veröffentlichen und vor einer Bewerbungsphase steht, egal ob in naher oder entfernterer Zukunft, sollte man sich genaue Gedanken über das Thema machen. Ein Blog, welches zum späteren Beruf passt und mit qualitativ hochwertigen Inhalten gefüllt wird, kann im späteren Bewerbungsprozess durchaus weiterhelfen.

Habt ihr schon Erfahrungen zu diesen Themen gemacht? Was denkt ihr darüber?

Ein Gedanke zu “Karrierefalle Internet respektive Blog?

  1. Ich denke, wie du es schon bereits geschrieben hast sollte man schon aufpassen was man über sich im Internet preisgibt, denn gläsern ist man ja eh schon.

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